Dialektik der Aufklärung (Cultural Memory in the Present)
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Beschreibung
Die Dialektik der Aufklärung ist zweifellos die einflussreichste Publikation der Frankfurter Schule für Kritische Theorie. Während des Zweiten Weltkriegs verfasst und privat zirkuliert, erschien sie 1947 in einer gedruckten Ausgabe in Amsterdam. „Was wir uns vorgenommen hatten“, schreiben die Autoren im Vorwort, „war nichts Geringeres, als zu erklären, warum die Menschheit, anstatt in einen wahrhaft menschlichen Zustand einzutreten, in eine neue Art von Barbarei versinkt.“
Doch das Werk geht weit über eine bloße Kritik zeitgenössischer Ereignisse hinaus. Historisch entfernte Entwicklungen, ja die Geburt der westlichen Geschichte und der Subjektivität selbst aus dem Kampf gegen Naturkräfte, wie sie in Mythen dargestellt werden, werden in einem weiten Bogen mit den bedrohlichsten Erfahrungen der Gegenwart verbunden.
Das Buch besteht aus fünf auf den ersten Blick unverbundenen Kapiteln sowie einer Reihe kürzerer Notizen. Die verschiedenen Analysen betreffen Phänomene wie die Ablösung der Wissenschaft vom praktischen Leben, formalisierte Moral, den manipulativen Charakter der Unterhaltungskultur und eine paranoide Verhaltensstruktur, die sich in aggressivem Antisemitismus ausdrückt und die Grenzen der Aufklärung markiert. Die Autoren erkennen in diesen Phänomenen ein gemeinsames Element, die Tendenz zur Selbstzerstörung der von Anfang an der Aufklärung inhärenten Leitkriterien. Mit Hilfe historischer Analysen zur Erhellung der Gegenwart zeigen sie vor dem Hintergrund einer Vorgeschichte der Subjektivität, warum der nationalsozialistische Terror keine Abweichung der modernen Geschichte war, sondern tief in den grundlegenden Merkmalen der westlichen Zivilisation verwurzelt ist.
Adorno und Horkheimer sehen die Selbstzerstörung der westlichen Vernunft in einer historischen und schicksalhaften Dialektik zwischen der Beherrschung der äußeren Natur und der Gesellschaft begründet. Sie führen die Aufklärung, die diese Sphären voneinander trennte, auf ihre mythischen Wurzeln zurück. Aufklärung und Mythos sind daher keine unvereinbaren Gegensätze, sondern dialektisch vermittelte Qualitäten sowohl des realen als auch des intellektuellen Lebens. „Mythos ist bereits Aufklärung, und Aufklärung kehrt zur Mythologie zurück.“ Dieses Paradoxon ist die Grundthese des Buches.
Diese neue Übersetzung, die auf dem Text der vollständigen Ausgabe der Werke Max Horkheimers basiert, enthält Textvarianten, Kommentare dazu und eine redaktionelle Diskussion der Position dieses Werkes in der Entwicklung der Kritischen Theorie.
Spezifikationen
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