Der Chicago-Kanon zur freien Meinungsäußerung und wissenschaftlichen Freiheit
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Beschreibung
Eine Sammlung von Texten, die die Grundlage für die langjährige Tradition der freien Meinungsäußerung an der University of Chicago bilden – Prinzipien, die im Mittelpunkt aktueller Debatten im Hochschulwesen und in der Gesellschaft im Allgemeinen stehen.
Freie Forschung und Meinungsäußerung sind sowohl auf dem Campus als auch im sozialen und politischen Leben heftig umstritten. Seit ihrer Gründung im späten 19. Jahrhundert ist die University of Chicago Vorreiter in den Diskussionen um Meinungsfreiheit und akademische Freiheit im Hochschulbereich. Der Ansatz der Universität zur freien Meinungsäußerung entsprang einem hervorragenden Ruf als Forschungsuniversität sowie einem Engagement für amerikanischen Pragmatismus und demokratischen Fortschritt, die alle von dem abhingen, was ihr erster Präsident als „vollständige Meinungsfreiheit in allen Angelegenheiten“ bezeichnete. Im Jahr 2015, mehr als 100 Jahre später, bekräftigten der damalige Universitäts-Provo und Präsident J. D. Isaacs und Robert Zimmer dieses Engagement, indem sie eine Erklärung eines Fakultätsausschusses unter der Leitung des Rechtsprofessors Geoffrey R. Stone veröffentlichten, die als Chicago Principles bekannt wurde und mittlerweile von einhundert US-Hochschulen und Universitäten übernommen oder unterstützt wird. Diese Prinzipien sind nur ein Teil des langjährigen Dialogs an der University of Chicago über die Meinungsfreiheit – ihre Bedeutung und Grenzen. Der Chicago Canon on Free Inquiry and Expression versammelt beispielhafte Dokumente – einige davon hier zum ersten Mal veröffentlicht –, die diese fortlaufende Konversation erklären und verorten, ergänzt durch einen einführenden Aufsatz, der die Tradition beleuchtet.
Über Wellen historischer und gesellschaftlicher Herausforderungen hinweg erforderte dieses erste Prinzip der freien Meinungsäußerung eine Neuformulierung und neue Interpretationen. Die hier versammelten Dokumente umfassen unter anderem William Rainey Harpers „Freedom of Speech“ (1900), den Bericht des Kalven Committee über die Rolle der Universität in politischem und sozialem Handeln (1967) und Geoffrey R. Stones „Free Speech on Campus: A Challenge of Our Times“ (2016). Zusammen enthüllen die Schriften des Kanons, wie die Chicagoer Tradition weder statisch noch stagnierend ist, sondern ein lebendiges Experiment; ein lebendiger Kampf, freie Forschung und Meinungsäußerung zu verstehen, zu praktizieren und voranzutreiben.
In einer Zeit landesweiter Campus-Debatten über Meinungsfreiheit ist die Auseinandersetzung mit diesen Texten und den Fragen, die sie aufwerfen, unerlässlich, um ein Umfeld breiter intellektueller und ideologischer Vielfalt aufrechtzuerhalten. Dieses Buch bietet einen Bauplan für die Zukunft der wichtigen Arbeit der Hochschulbildung und weist auf den bürgerschaftlichen Wert der freien Meinungsäußerung hin.
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