Asperger-Kinder: Die Ursprünge des Autismus im nationalsozialistischen Wien
Auf der Shortlist für den Mark Lynton History Prize 2019
Eine wegweisende Erkundung der erschreckenden Geschichte hinter einer immer häufiger gestellten Diagnose.
Hans Asperger, der Pionier des Autismus und des Asperger-Syndroms im nationalsozialistischen Wien, wurde für seine mitfühlende Verteidigung von Kindern mit Behinderungen gefeiert. Doch in diesem wegweisenden Buch enthüllt die preisgekrönte Historikerin Edith Sheffer, dass Asperger nicht nur in die Rassenpolitik von Hitlers Drittem Reich involviert war, sondern sich auch an der Ermordung von Kindern mitschuldig gemacht hat.
Als das Nazi-Regime im Zweiten Weltkrieg Millionen Menschen in ganz Europa abschlachtete, sortierte es Menschen nach Rasse, Religion, Verhalten und körperlichem Zustand, um sie entweder zu behandeln oder zu eliminieren. NS-Psychiater nahmen Kinder mit unterschiedlichen Denkweisen ins Visier – insbesondere solche, denen soziale Fähigkeiten fehlten –, da das Reich keinen Platz für sie hatte. Asperger und seine Kollegen versuchten, bestimmte „autistische“ Kinder zu produktiven Bürgern zu formen, während sie andere, die sie für unheilbar hielten, nach Spiegelgrund verlegten, einem der tödlichsten Kinder-Tötungszentren des Reiches.
In der ersten umfassenden Geschichte der Zusammenhänge zwischen Autismus und Nationalsozialismus deckt Sheffer auf, wie eine heute gängige Diagnose aus den Gräueltaten des Dritten Reiches hervorgegangen ist. Mit lebendiger Erzählkunst und umfangreicher Forschung wird Asperger’s Children die Leser dazu bewegen, neu zu überdenken, wie Gesellschaften Menschen mit Behinderungen beurteilen, etikettieren und behandeln.
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