Einsamkeit (an/mit Corona): Querdenker in der queeren Community: Aufarbeitung Corona-Zeit (Das ABC der*des Joey J)
Einsamkeit. Einzeln, allein sein, nicht Teil eines großen Ganzen, sondern ausgestoßen, aus der Familie, Community verbannt. Weil ich Haltung bezogen hatte: gegen eine unkritische Akzeptanz aller Corona-Maßnahmen. Das wiederum ließ „meine“ Community, meine „Familie“, die lesbische, queere Gemeinschaft, Haltung gegen mich beziehen: Ich war plötzlich eine*r der „Bösen“, nicht mehr erwünscht, wurde beschimpft, verfolgt, gekündigt, bedroht – und beschloss, nun nochmals Haltung zu beziehen, genau dazu, mit diesem Text. Über den Umgang miteinander. Den Umgang mit mir; wie es war, aufgrund meiner Meinung aus der Community verbannt zu werden, die bis dato Familie für mich gewesen war. Haltung gegen Haltung gegen Haltung – was ist „Haltung“ überhaupt? Ich denke: Missstände benennen, auch wenn man damit der eigenen Familie, seiner Community arg auf den Schlips tritt.
Die ersten Meldungen von der neuen Seuche, die uns alle umbringen würde, gab es 2020. Jetzt sind 5 Jahre vergangen; und ungefähr in der Mitte schrieb ich diesen Text. Er kam so mittelgut an, wurde mehrmals abgelehnt zur Veröffentlichung einerseits, sprach Menschen aus dem Herzen, andererseits. „Genau so war's auch bei mir!“, hörte ich oft. Jetzt höre ich meist: „Ach, stimmt, so war das damals.“ Schon halb vergessen, diese Zeit. Es gibt ja auch kaum wirkliche Aufarbeitung, obwohl vieles, das damals bereits bekannt war, als sogenannte„Verschwörungstheorie“, nun offiziell Fakt ist. Fehler zugeben ist hart, besonders wenn dadurch Menschen zu Schaden kamen. Und das taten sie – „Einsamkeit“ berichtet nur einen Aspekt davon.