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Gathmann Hermanos: Die Uhrmacher von Caracas

Ebook
$5.00 USD
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Gathmann Hermanos: Die Uhrmacher von Caracas

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FormatEbook

Ein Zeitzeugnis über Auswanderung, Handwerk und Alltag in Venezuela und Caracas im 19. und frühen 20. Jahrhundert, geprägt von wiederkehrenden Konflikten um Macht, Ressourcen und Souveränität.

Deutschland nach 1848: Die Revolution ist gescheitert. Drei Brüder aus der Region Lüneburg wagen in Caracas, Venezuela, den Neuanfang und gründen das Uhrmacher- und Juweliergeschäft Gathmann Hermanos. Daraus entwickelt sich eine Familiengeschichte zwischen Deutschland und Südamerika. Über ein Jahrhundert bleibt sie eng an den Betrieb in einer rasant wachsenden, tiefgreifend umgebauten Hauptstadt gebunden. Caracas erlebt politische Umstürze, Korruption und Diktaturen. Wirtschaftliche Unsicherheit und der Aufstieg des Erdöls bringen neue Geldströme, ausländische Einflussnahmen und neue Abhängigkeiten. Das greift direkt in Arbeit, Handel und Lebensplanung ein.

Johann Gathmann (1864–1945) verbindet die Berichte der ersten Generation mit eigenem Erleben als Chronist des Betriebs und Mitgestalter seines institutionellen Umfelds. Seine Erzählung reicht vom historischen Horizont der Unabhängigkeitsbewegungen der Bolívar-Zeit bis in die 1930er Jahre, in einem Umfeld konkurrierender Ordnungsvorstellungen und umkämpfter politischer Legitimität. Er schildert Kindheit und Alltag in Caracas, die Ausbildung in Europa und die Rückkehr in eine Stadt zwischen Reformversprechen und staatlicher Willkür. Der Familienbetrieb macht die wiederkehrenden Brüche dieser Zeit im Alltag sichtbar.

Johanns Leben verläuft zwischen Atlantiküberfahrten und Entwurzelung, Werkbank und Vereinsleben. Migration zeigt sich nicht als Theorie, sondern als Folge fortlaufender Entscheidungen, oft zwischen Anpassung, Zugehörigkeit und Abgrenzung. Der Deutsche Klub und die Deutsche Schule geben Orientierung und halten Familien zusammen, getragen von kontinuierlichem persönlichem Einsatz, in einer Situation bleibender Fremdheit.

Zur Edition. Das Buch basiert auf Erinnerungen, Notizen und überlieferten Berichten, erzählerisch verdichtet und historisch eingeordnet. Der Urenkel des Verfassers ordnete die Texte rund achtzig Jahre nach ihrer Niederschrift neu, straffte sie und verortete sie in wirtschaftlichen und politischen Machtverhältnissen. Anmerkungen, ein historischer Stadtplan, ein Personenregister sowie eine Einordnung der weiterführenden Entwicklungslinien bis 2025 ergänzen die Edition.

Für wen dieses Buch gedacht ist. Für Lesende, die Caracas und Venezuela im 19. und frühen 20. Jahrhundert einordnen und die Muster von Stadtentwicklung, Handel und Intervention im Alltag nachvollziehen möchten. Kein Roman, keine wissenschaftliche Studie, sondern eine quellennah erzählte Stadt-, Wirtschafts- und Migrationsgeschichte. Kein Vorwissen erforderlich.

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