Taiwan-Reisebericht: Ein Roman
GEWINNER DES NATIONAL BOOK AWARD FÜR ÜBERSETZTE LITERATUR 2024
GEWINNER DES INTERNATIONAL BOOKER PRIZE 2026
Eine bittersüße Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen, eingebettet in eine kunstvolle Erkundung von Sprache, Geschichte und Macht
Mai 1938. Die junge Romanautorin Aoyama Chizuko ist von ihrem Zuhause in Nagasaki, Japan, nach Taiwan gesegelt. Sie wurde von der japanischen Regierung, die die Insel regiert, dorthin eingeladen, obwohl sie kein Interesse an deren offiziellen Banketten oder imperialistischen Absichten hat. Stattdessen sehnt sich Chizuko danach, das echte Inselleben zu erleben und so viel authentische Küche zu probieren, wie ihr berühmt-monströser Appetit vertragen kann.
Bald wird eine taiwanesische Frau – die sogar jünger ist als sie und die gleichen Schriftzeichen in ihrem Namen trägt – als ihre Dolmetscherin eingestellt und lässt ihre Träume wahr werden. Die charmante, gebildete, akribische Chizuru arrangiert Chizukos Reisen durch das ganze „Land des Südens“ und erweist sich auch als außergewöhnliche Köchin. Bei malerischen Zugfahrten und geschmortem Schweinebauch mit Reis, lebhaften Scherzen und Wintermelonentee verliebt sich Chizuko in ihre Begleiterin und ist entschlossen, ihr näherzukommen. Doch etwas lässt Chizuru auf Distanz bleiben. Erst nach einer herzzerreißenden Trennung beginnt Chizuko zu begreifen, was dieses „Etwas“ ist.
Als Übersetzung eines wiederentdeckten Textes einer japanischen Schriftstellerin getarnt, sorgte dieser Roman bei seiner Erstveröffentlichung in Mandarin-Chinesisch im Jahr 2020 für Furore und gewann Taiwans höchste literarische Auszeichnung, den Golden Tripod Award. Taiwan Travelogue gräbt verlorene Kolonialgeschichten aus und zeigt gekonnt, wie Machtdynamiken unsere intimsten Beziehungen beeinflussen.