Briefe aus dem Heiligen Land: Eine Pilgerreise durch Palästina im Frühling 1891
Im Frühjahr 1891 erfüllt sich Elizabeth Butler einen Lebenstraum: Die berühmte viktorianische Schlachtenmalerin reist von Venedig über Alexandria ins Heilige Land. Vier Wochen lang durchquert sie Palästina zu Pferd und per Kutsche – von der stürmischen Anlandung in Jaffa über Jerusalem, Bethlehem und die judäische Wüste bis an die Ufer des Sees Genezareth und den Karmel bei Haifa.
Was sie sieht, beschreibt sie in Briefen an ihre Mutter: ein Palästina am Vorabend der großen Veränderungen, noch unter osmanischer Herrschaft, kaum berührt von der Moderne. Die Brandung vor Jaffa, durch die Pilger an Land gerudert werden. Orangengärten in voller Blüte. Kamelkarawanen auf der Ebene von Scharon. Russische Pilger, die zu Fuß aus Sibirien kommen. Aussätzige am Wegesrand. Der See Genezareth im Vollmondlicht.
Elizabeth Butler schreibt nicht nur als fromme Pilgerin, sondern als Künstlerin mit einem geschulten Auge für Licht, Farbe und Komposition. Ihre Landschaftsbeschreibungen sind Wortgemälde von seltener Leuchtkraft – zugleich sind ihre Briefe ein faszinierendes Zeitdokument über das Leben im spätosmanischen Palästina.
Diese erste deutsche Übersetzung ist mit umfangreichen Anmerkungen versehen, die historische Personen, biblische Bezüge und geographische Gegebenheiten erläutern und die zeittypischen Perspektiven der Autorin für den heutigen Leser einordnen.
Für alle, die sich für das Heilige Land, biblische Geschichte, viktorianische Reiseliteratur oder das Leben im Orient des 19. Jahrhunderts interessieren.