Halle/ Saale (ohne Regen): Comingout im Osten als Lesbe in Alkoholikerfamilie
"Bettdecke, Bett. Vater. Leiche. Hah! Eine Geschichte mit einer Leiche anzufangen, eine Comingout-Story in der ostdeutschen Provinz der 90er Jahre, ist vielleicht nicht gerade ansprechend. Aber so war’s: Da war die Leiche, da war mein Comingout. Zeitgleich in etwa. Leiche zuerst."
Ein Buch über Community, Tod, Frauenpower, Ostdeutschland kurz nach der Wende, Comingout als Lesbe und trans und überhaupt, und natürlich Familie, Kinderheime im Osten, Provinz und Dorfstruktur, und die immense Verantwortung, die ein Kind trägt, dessen Vater Alkoholiker ist.
Autorin Joey Juschka schreibt über Heimat, Herkunft, Region. In ihrem Falle: Halle/ Saale.
Der Text entstand ursprünglich für "Mein lesbisches Auge 21. Herkunftsgeschichten" (ISBN: 978-3-88769-921-5) und wurde dort leicht gekürzt erstveröffentlicht. "Mein Lesbisches Auge" ist eine jährliche Anthologie; für das Jahrbuch 2021 gab es erstmals eine Themenvorgabe: Herkunft, Heimat, Region. Woher kommen die Lesben, wie wuchsen sie auf? Comingout ja/ nein? Was sagte die Familie dazu; gab es überhaupt Familie? Der Ort der Kindheit, der Jugend, die Prägung dadurch – das sprach mich an. Sehr. Ich hatte was zu erzählen. Also erzählte ich, vielmehr: schrieb. "Halle/ Saale (ohne Regen)".
In "Mein Lesbisches Auge 21: Herkunftsgeschichten" (konkursbuch Verlag) ist "Halle/ Saale (ohne Regen)" mit begleitenden Fotos veröffentlicht - es lohnt sich, auch diese Ausgabe des Textes zu lesen, nebst vieler weiterer Herkunftsgeschichten.