Der kriminelle Staat: Krieg, Gräueltat und der Traum von internationaler Gerechtigkeit
Eine umfassende Geschichte des Kampfes, Staaten für ihre schwersten Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen
„Der kriminelle Staat“ bietet eine fesselnde Darstellung, wie das Recht den radikalsten Formen staatlicher Gewalt begegnet ist. Wunderschön geschrieben, breit gefächert und erfrischend originell, verwebt es Geschichte mit politischem Denken, um die wechselnde rechtliche Reaktion auf staatliche Aggression und Gräueltaten zu verfolgen, von Leopolds Herrschaft über den Kongo bis zu Putins Krieg in der Ukraine.
Im Mittelpunkt steht Lawrence Douglas' frische Interpretation der rechtlichen Auseinandersetzung mit nationalsozialistischer Aggression und Gräueltaten. Er zeigt, wie die Nürnberger Prozesse jahrhundertelanges Denken in Frage stellten – verwurzelt bei Hobbes und anderen kanonischen Denkern –, das Souveräne vor rechtlicher Prüfung schützte. Doch Nürnbergs Versuch, Aggression als Eckpfeiler einer neuen Ordnung des internationalen Strafrechts zu etablieren, scheiterte weitgehend und wich einem System, das sich heute hauptsächlich mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord befasst – während die Rechtmäßigkeit und Wirksamkeit des Einsatzes von Gewalt zur Beendigung der schlimmsten Menschenrechtsverletzungen ungelöst bleiben.
„Der kriminelle Staat“ bietet eine seltene historische Perspektive auf die Dilemmata, mit denen internationale Gerichte konfrontiert sind, und ist eine umfassende, provokative Geschichte des Kampfes, die Täter staatlicher Gewalt vor Gericht zu stellen.