Die unsterbliche Henrietta Lacks
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Ihr Name war Henrietta Lacks, aber Wissenschaftler kennen sie als HeLa. Sie war eine arme Tabakbäuerin aus dem Süden, die dasselbe Land wie ihre Sklavenvorfahren bearbeitete, doch ihre Zellen – ohne ihr Wissen entnommen – wurden zu einem der wichtigsten Werkzeuge in der Medizin: Die ersten „unsterblichen“ menschlichen Zellen, die in Kultur gezüchtet wurden und noch heute leben, obwohl sie seit über sechzig Jahren tot ist. HeLa-Zellen waren entscheidend für die Entwicklung des Polio-Impfstoffs; deckten Geheimnisse von Krebs, Viren und den Auswirkungen der Atombombe auf; trugen zu wichtigen Fortschrungen wie In-vitro-Fertilisation, Klonen und Genkartierung bei; und wurden milliardenfach gekauft und verkauft.
Doch Henrietta Lacks bleibt praktisch unbekannt, begraben in einem namenlosen Grab.
Henriettas Familie erfuhr erst über zwanzig Jahre nach ihrem Tod von ihrer „Unsterblichkeit“, als Wissenschaftler, die HeLa untersuchten, ihren Ehemann und ihre Kinder ohne informierte Zustimmung in die Forschung einbezogen. Und obwohl die Zellen eine Multimillionen-Dollar-Industrie für den Verkauf menschlicher biologischer Materialien ins Leben gerufen hatten, sah ihre Familie nie etwas von den Gewinnen. Wie Rebecca Skloot so brillant zeigt, ist die Geschichte der Familie Lacks – Vergangenheit und Gegenwart – untrennbar mit der dunklen Geschichte der Experimente an Afroamerikanern, der Geburt der Bioethik und den rechtlichen Kämpfen darüber verbunden, ob wir das Material, aus dem wir gemacht sind, kontrollieren.
In dem Jahrzehnt, das es dauerte, diese Geschichte aufzudecken, verstrickte sich Rebecca in das Leben der Familie Lacks – insbesondere in das von Henriettas Tochter Deborah. Deborah wurde von Fragen geplagt: Hatten Wissenschaftler ihre Mutter geklont? Hatten sie sie getötet, um ihre Zellen zu entnehmen? Und wenn ihre Mutter so wichtig für die Medizin war, warum konnten sich ihre Kinder keine Krankenversicherung leisten?
Intim im Gefühl, erstaunlich im Umfang und unmöglich aus der Hand zu legen, fängt „Die unsterbliche Geschichte der Henrietta Lacks“ die Schönheit und Dramatik wissenschaftlicher Entdeckungen sowie deren menschliche Folgen ein.