Die Pocken der Freiheit: Wie die Verfassung die Amerikaner reich, frei und anfällig für Infektionen machte (Märkte und Regierungen in der Wirtschaftsgeschichte)
Die Vereinigten Staaten gehören zu den wohlhabendsten Nationen der Welt. Doch dieser Reichtum hat nicht zu einer höheren Lebenserwartung geführt, einem Bereich, in dem die Vereinigten Staaten immer noch an achtunddreißigster Stelle rangieren – hinter Kuba, Chile, Costa Rica und Griechenland, unter vielen anderen. Manche machen das Fehlen einer universellen Gesundheitsversorgung oder das Fortbestehen sozialer Ungleichheiten dafür verantwortlich. Andere wiederum beschuldigen ungesunde Lebensstile. Doch diese Betonungen von gegenwärtigen Verhaltensweisen und politischen Maßnahmen übersehen einen viel grundlegenderen Bestimmungsfaktor der gesellschaftlichen Gesundheit: den Staat.
Werner Troesken beleuchtet die Geschichte der Vereinigten Staaten mit einem Fokus auf drei Krankheiten – Pocken, Typhus und Gelbfieber –, um zu zeigen, wie verfassungsrechtliche Regeln und Bestimmungen, die individuelle Freiheit und wirtschaftlichen Wohlstand förderten, auch die Fähigkeit des Landes beeinflussten, Infektionskrankheiten auszurotten, zum Guten wie zum Schlechten. Von Föderalismus unter der Handelsverkehrsklausel bis zur Vertragsklausel und dem Vierzehnten Zusatzartikel argumentiert Troesken überzeugend, dass viele Institutionen, die wünschenswerte politische oder wirtschaftliche Ergebnisse erzielen sollten, auch die Bereitstellung öffentlicher Gesundheit behinderten. Wir sind, mit anderen Worten, ungesund, zumindest teilweise, weil unsere politischen und rechtlichen Institutionen gut funktionieren. Mit einer überzeugenden neuen Perspektive stellt „The Pox of Liberty“ viele traditionelle Behauptungen in Frage, dass Infektionskrankheiten unaufhaltsame Kräfte in der menschlichen Geschichte seien, jenseits der Kontrolle einzelner Akteure oder des Staates, und enthüllt sie stattdessen als Ergebnis öffentlicher und privater Entscheidungen.